Das gro­ße ABC der E-Ziga­ret­te

Noch immer kursieren viele Halbwahrheiten und so manche Mythen über E-Zigaretten. Das große ABC schafft Abhilfe und bietet Informationen zu den wichtigsten Schlagwörtern.

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A – AUFKLÄRUNG

Ein Produkt wie die E-Zigarette erfordert umfassende Aufklärungsarbeit. Denn nur so wird es möglich, dass Konsumenten, aber auch diejenigen, die über die Kategorie E-Zigarette sprechen und entscheiden, die Fakten kennen und in ihre Wahl (als Konsument) oder Urteile gegenüber anderen (tabakhaltigen) Kategorien einbeziehen.

Experten sprechen zurzeit von einem „Versagen” bei der staatlichen Aufklärung über die E-Zigarette. In der Veröffentlichung „Alternativer Drogen- und Suchtbericht 2018“ wird kritisiert, dass staatliche Institutionen mangelhafte Aufklärung darüber betreiben, dass E-Zigaretten das effizienteste Hilfsmittel beim Rauchstopp sein können.

 

B – BATTERIE

E-Zigaretten sind batteriebetrieben. Das Laden der integrierten Batterie einer E-Zigarette erfolgt etwa über ein USB- oder Micro-USB-Kabel – ein von anderen Devices und Gadgets des Alltags bekanntes Vorgehen.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Produktsicherheit. In der EU zugelassene Geräte erfüllen die gültigen Produkt- und Qualitätsstandards. Billigimporte oder sehr günstig erstandene Mitbringsel aus dem Urlaub können Gefahrenquellen rund um die Batterie mit sich bringen – das ist einer der Gründe, warum man manchmal in den Medien von explodierenden Akkus liest.

 

C – COIL

Eine E-Zigarette besteht aus drei Komponenten: einer Batterie, einem Verdampfer und einem Mundstück. Der Verdampfer beinhaltet einen „Coil“, dt.: Heizdraht. Dieser wird bei jedem Zug an der E-Zigarette über die Batterie elektronisch je nach Zugintensität auf 80 bis 120 Grad Celsius erhitzt. Der Draht ist um eine Glasfaser gewickelt. Diese trägt das E-Liquid an den erhitzten Draht und verdampft es so. Der Dampf wird über das Mundstück inhaliert. Die kunstfertigen Drahtgebilde haben ihre eigene Fangemeinde, die Fotos der schönsten Coils – mit dem Hashtag #coilporn versehen – etwa bei Instagram präsentieren.

 

D – DKFZ

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) fordert, dass mehr getan werden muss, um Raucher zum Aufhören zu bewegen. Dabei beginnen die Forscher in der E-Zigarette auch eine Alternative für die Raucher, die vom Tabak nicht loskommen, zu sehen und sich langsam der tabakfreien Alternative zu öffnen: „Auch wenn nicht alle Fragen beantwortet sind“, so Ute Mons, Abteilungsleiterin beim DKFZ, „Experten gehen davon aus, dass E-Zigaretten wahrscheinlich deutlich weniger schädlich sind als herkömmliche Zigaretten – und wahrscheinlich auch weniger schädlich als Tabakerhitzer.“ (Quelle: dpa-Meldung am 31.5.2018)

Übrigens: In Großbritannien ist die Anerkennung von E-Zigaretten als gesündere Alternative für Tabakraucher bereits wesentlich weiter fortgeschritten.

 

E – ERFINDER

Die E-Zigarette wurde 2003 von dem Chinesen Hon-Lik erfunden. Hon-Lik suchte damals nach einer Alternative zur Tabakzigarette. Seine Patente und Forschungsergebnisse sind seit 2013 Bestandteil der Forschungs- und Entwicklungsarbeit von Fontem Ventures, der E-Zigarettensparte im Reemtsma-Mutterkonzern Imperial Brands.

Und auch heute forscht Hon Lik noch an E-Zigaretten – sein Bestreben: die Kategorie weiterzuentwickeln und immer besser zu machen, sodass auch in Zukunft möglichst vielen Menschen der Wechsel gelingen kann. Er selbst „dampft“ auch – am liebsten die Geschmacksrichtung Tabak.

 

F – FLAVOURS

Ein weiteres Charakteristikum der E-Zigarette: Die Bandbreite an Geschmacksrichtungen (Flavours) ist groß. Am beliebtesten sind laut einer Studie von Ernst & Young (Mai 2016) in allen Ländern Liquids mit Tabakgeschmack. Gefolgt von pflanzlichen und fruchtigen Geschmacksrichtungen.

 

G – GESUNDHEIT

Ist die E-Zigarette gesund? Da sie keinen Tabak enthält, gilt sie zumindest als deutlich weniger schädlich als herkömmliche Zigaretten. Zu diesem Schluss kommen mehrheitlich unabhängige Studien: Eine der maßgeblichsten Untersuchungen wurde 2015 von Public Health England (PHE), einer Agentur des britischen Gesundheitsministeriums, veröffentlicht. Die Hauptstudie wurde 2018 nochmals bestätigt. In der Studie heißt es, dass E-Zigaretten ein geeignetes Mittel seien, jährlich Zehntausende bisherige Raucher vor den Risiken zu schützen. E-Zigaretten sind zudem auch mit nikotinfreien Liquids erhältlich.

 

H – HITZE

E-Zigaretten sind immer tabakfrei. Deshalb wird in einer E-Zigarette auch kein Tabak verbrannt wie in einer herkömmlichen Zigarette. Stattdessen wird ein Liquid erhitzt, eine Flüssigkeit. Bei geschlossenen Systemen befindet sich die Flüssigkeit in kleinen Pods, die sekundenschnell gewechselt werden können, ohne dass dabei offen mit Flüssigkeit hantiert werden muss. Das Liquid wird durch einen Heizdraht erhitzt, je nach Stärke des Zuges auf 80 bis 120 Grad Celsius. Dabei besteht keine Gefahr, dass man sich verbrennt.

 

I – INHALTSSTOFFE

Die Stoffe der E-Liquids, die in E-Zigaretten zum Einsatz kommen, sind unbedenklich. Die Liquids enthalten zumeist nur vier Inhaltsstoffe: Zum einen ist da ein pflanzliches Glyzerin. Es sorgt für mehr Standfestigkeit im Dampf. Es ist zugelassen nach der EU-Ökoverordnung für Bioprodukte und Produkte rein pflanzlichen Ursprungs. Glyzerin wird verwendet in Kakaowaren, Schokoladenerzeugnissen und Kaugummi.

Als zweiter Bestandteil ist Propylenglykol zu nennen, ein in der EU zugelassener Lebensmittelzusatzstoff, etwa genutzt für Kaugummis. Dazu kommen Aromen, die bei der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) als Lebensmittelaromen zugelassen sind und sich kaum von natürlichen Aromen unterscheiden. Schließlich ist destilliertes Wasser in den Pods – und Nikotin, es sei denn es handelt sich um ein nikotinfreies Produkt.

 

J – JUGENDSCHUTZ

E-Zigaretten dürfen ausschließlich von Rauchern über 18 Jahren genutzt werden. In § 10 des Jugendschutzgesetzes ist verankert, dass die Abgabe sämtlicher Tabakwaren sowie von E-Zigaretten und deren Zubehör an Kinder und junge Menschen verboten ist. In diesem Zusammenhang gilt ebenso, dass jede Kommunikation zu Produkten oder dem Thema Rauchen sich ausschließlich an erwachsene Konsumenten richtet. In Bezug auf das Rauchen und Jugendschutz ist es deshalb besonders wichtig, Kinder rechtzeitig und kontinuierlich über die Risiken des Rauchens aufzuklären. Erwachsene Konsumenten sollten nie in der Gegenwart von Kindern und Jugendlichen rauchen oder dampfen.

 

K – KNIGGE

How to „vape“ mit Rücksicht! E-Zigaretten sind beim Thema Umgangsformen eher ein Neuzugang. In Deutschland und auch in anderen Ländern gibt es viele Orte, an denen ihre Nutzung erlaubt ist. Allerdings sind die Dampfwolken manchmal so sichtbar, dass Menschen sich belästigt fühlen. Hier gilt gegenseitige Rücksichtnahme und Respekt vor dem anderen. Im Zweifel sollte man das Gerät einfach mal in der Tasche lassen. Wichtig sowieso: In der Nähe von Kindern und Jugendlichen sollten E-Zigaretten nicht genutzt werden.

 

L – LIQUID

Die Flüssigkeit, die in E-Zigaretten erhitzt wird. Sie besteht etwa aus Propylenglykol (PG), pflanzlichem Glyzerin, Nikotin und Aromen. Die Stoffe werden in einem bestimmten Verhältnis gefertigt und abgefüllt – unter Einhaltung rechtlicher Bestimmungen und klar definierter Hygienevorschriften. In geschlossenen Systemen befindet sich das fertige Liquid in einem Pod. Bei offenen Systemen wird ein fertiges oder vorher selbst gemischtes Liquid eingefüllt. E-Zigaretten sind tabakfrei. Sie unterscheiden sich von Tabakheizsystemen, die kein Liquid benötigen, sondern bei denen Tabak erhitzt wird ohne zu verbrennen. Diese Systeme werden nicht als E-Zigarette bezeichnet.

 

M – MYTHEN

Immer noch kursieren viele Halbwahrheiten und Mythen rund um das Thema E-Zigarette, zum Beispiel „E-Zigaretten enthalten Tabak“ oder „E-Zigaretten existieren im rechtsfreien Raum“. Die Realität sowie Studien und Forschungsergebnisse entlarven die Mythen. Ein paar Beispiele haben wir in unserem Magazin gesammelt.

 

N – NIKOTIN

Mit oder ohne Nikotin: Der Dampfer hat die Wahl. Oft sind die Liquidpods der geschlossenen Systeme und die Nachfüll-Fläschchen der offenen Systeme in verschiedenen Nikotinstärken und nikotinfrei erhältlich. Jeder kann individuell entscheiden, welche Stärke er will oder ob er sogar ganz auf Nikotin verzichtet.

In Deutschland sind maximal 20 mg/ml in einer Flüssigkeit erlaubt. Damit sind die Vorgaben in der EU wesentlich strenger als in den USA, wo sogar 50 mg/ml erlaubt sind.

 

O – OFFENES SYSTEM

Neben den geschlossenen Systemen mit ihren Liquidpods gibt es auch offene Systeme. Hier kauft man die Flüssigkeit in Flaschen (oder mischt selbst verschiedene zusammen) und füllt sie selbst in den Tank der E-Zigarette.

Der Zugriff auf einzelne Komponenten ermöglicht die Modifikation der Geräte. Zudem kann die Dampfleistung individuell eingestellt werden.

 

P – PASSIVDAMPFEN

Beim Rauchen einer klassischen Zigarette gilt „Passivrauchen“ als ein Risiko für andere Mitmenschen. Anders bei E-Zigaretten: Der Dampf stellt keine Gefahr dar, es gibt keinen Nebenstromrauch und damit auch kein „Passivdampfen“.

In einer Studie nutzten Personen E-Zigaretten in einem Büro – 165 Minuten lang. Die Chemikalien in der Luft wurden vor, während und nach dem Test gemessen. Ergebnis: Der Anteil an Propylenglykol war 2000-mal geringer als der britische Grenzwert für Luftqualität. Es gab keinen Anstieg an Nikotin. Der Anteil an Glyzerin war 33-mal niedriger als der Grenzwert. Die Studie wurde durchgeführt von der Technischen Universität Kaunas (Litauen), der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt EMPPA (Schweiz), der Eidgenössischen Technischen Hochschule ETH (Schweiz) und Fontem Ventures. Das Ergebnis wird auch von anderen Studien gestützt.

 

Q – QUALITÄT

Seit 2016 ist die E-Zigarette durch das Tabakerzeugnisgesetz in Deutschland reguliert. Dadurch unterliegen E-Zigaretten strengen Qualitäts- und Sicherheitsstandards in Sachen Produktqualität und -sicherheit. Diese sollen eine sichere Verwendung der E-Zigarette sicherstellen.

 

R – RAUCHVERHALTEN

Sätze wie „Hast du mal Feuer?“ oder „Hast du mal eine Zigarette für mich?“ sind in der Welt der E-Zigaretten obsolet geworden – genauso wie auch Bargeld immer weniger für Geldtransaktionen genutzt wird. Aber wie tief wird sich das Rauchverhalten wirklich ändern, auch im Rahmen des immer gesünderen Lifestyles? Die Zigarette hat schon viele gesellschaftliche Umschwünge mitgemacht und hat sich angepasst.

 

S – STUDIEN

Immer mehr Forschungsarbeit wird im Bereich E-Zigarette geleistet. Wichtigstes Ergebnis bisher: Externe, unabhängige Studien weisen darauf hin, dass E-Zigaretten ein deutlich geringeres Risiko aufweisen als Tabakprodukte. Die britische Regierungsagentur Public Health (2015 und 2018) hat herausgefunden, dass E-Zigaretten 95 % weniger schädlich sind als herkömmliche Zigaretten.

 

T – TABAKFREI

E-Zigaretten sind eine tabakfreie Alternative zur klassischen Zigarette. Es findet daher keine Verbrennung oder Erhitzung von Tabak statt. Stattdessen wird ein Liquid erhitzt, das häufig Nikotin enthält. Schadstoffe (Teer, Kohlenmonoxid) entstehen zumeist in Zusammenhang mit Tabakverbrennung – diese entfallen also bei der E-Zigarette. Die tabakfreien E-Zigaretten sind bei Bedarf auch ohne Nikotin erhältlich. So bieten sie den Nutzern die Freiheit, Entscheidungen zu ihrer Gesundheit selbst zu treffen.

 

U – UNITED KINGDOM

Das Vereinigte Königreich ist bereits wesentlich weiter in Sachen Aufklärung bei E-Zigaretten. Public Health England (PHE), die Gesundheitsagentur der britischen Regierung, initiierte bereits 2015 umfassende Studien zum Thema und rückte die E-Zigarette als „weniger gesundheitsschädliche Alternative“ ins Rampenlicht. E-Zigaretten könnten – so Public Health – dazu beitragen, dass allein in UK mindestens 20.000 Raucher jährlich den Konsum von Tabak-Zigaretten erfolgreich aufgeben.

 

V – VAPING

Englisch für Dampfen. Rund um das Schlagwort hat sich weltweit eine umfassende Community gebildet. Die Vaper Community sind die eigentlichen Fans der Kategorie mit zumeist jeder Menge Fach- und Produktwissen.

 

W – WHO

Die Weltgesundheitsorganisation WHO setzt sich dafür ein, dass der Konsum von Tabakerzeugnissen reduziert wird, eine ihrer Maßnahmen ist der Weltnichtrauchertag. Bisher hat die Organisation es jedoch versäumt, über weniger schädliche Alternativen wie die E-Zigarette aufzuklären. Die Möglichkeit, dass E-Zigaretten ein Teil der Lösung des Problems sein könnten, wird ignoriert.

 

X – XENOPHIL

Im Gegensatz zur Xenophobie, dem Fremdenhass, ist die Xenophilie die Vorliebe für fremde, unbekannte Dinge und Menschen. Das Kennzeichen einer modernen Gesellschaft ist ihre Fähigkeit, neue Dinge, Ideen und Menschen zu berücksichtigen, soweit sie nicht die Interessen der eigenen Bürger beschneiden. So können die Vorteile, die neuartige Ideen und Technologien wie die E-Zigarette bringen können, objektiv eingeschätzt werden, ohne von vornherein verurteilt zu werden.

 

Y – WHY

Why is it worth it? Warum lohnt sich eine genaue Betrachtung der E-Zigarette? Sie ist eine neue, gesundheitsbewusstere Alternative zum Rauchen und gibt dem Konsumenten die Freiheit, Entscheidungen selbst zu treffen. Mit Tabak oder ohne? Mit Nikotin oder ohne? Der Konsument entscheidet!

 

Z – ZIGARETTEN

Der Begriff „E-Zigarette“ ist nicht ganz treffend, da das Prinzip und die Nutzung von E-Zigaretten sich sehr von klassischen Zigaretten unterscheiden. Sie enthalten keinen Tabak, werden nicht angezündet und gelten als weniger gesundheitsschädlich.