11.09.2017 Opinions

Alter­na­ti­ve zu Schock­bil­dern: War­um nicht mal ein posi­ti­ver Ansatz?

„Schockbilder“ sind seit einem Jahr EU-weit auf Zigarettenverpackungen Pflicht. Doch es gibt Alternativen mit positiven Ansätzen, die Mut machen. Statt Angst zu erzeugen.

Schockieren, Warnen, Angst erzeugen – mit diesen Methoden und entsprechenden Kampagnen versuchen Brüssel und Berlin, die Menschen auf alle möglichen Gefahren des Lebens hinzuweisen. Wie wäre es denn mal mit einem positiven Ansatz, der Mut macht, statt Angst zu erzeugen? Wie eine Kampagne in Österreich zeigt, geht es auch umgekehrt: Nicht verschrecken, sondern Optimismus beim Betrachter wecken.

Positiver Verstärker

Dass es auch Alternativen zu den teils drastischen „Schockbildern“ gibt, zeigt eine Aufklärungskampagne aus Österreich. Anlässlich des Weltnichtrauchertags 2017 stellte VIVID Alternativen zu den derzeitigen Bild-Text-Warnhinweisen auf Zigarettenpackungen vor. Zentral sind Botschaften, die in eine positive rauchfreie Zukunft weisen. Neun Motive sprechen ganz gezielt die Vorteile an, die das Nichtrauchen mit sich bringen würde: „In Zukunft ein stärkeres Herz haben?“ etwa oder „In Zukunft besser Luft bekommen?“, „In Zukunft Geld sparen?“ Es gehe darum, welches Ziel man erreichen könne, und nicht um plakative Schockwirkung, schreiben die Salzburger Nachrichten über die Kampagne.

In der Psychologie spricht man dabei von positiver Verstärkung, laut Online-Enzyklopädie für Psychologie und Pädagogik „die Zunahme der Häufigkeit eines Verhaltens, wenn positive Reize wie Essen dargeboten werden. Ein positiver Verstärker ist demnach jeder Reiz, der, wenn er dargeboten wird, die Reaktion bekräftigt und dadurch häufiger macht. Durch einen Verstärker kommt es also zu einer Erhöhung der Auftretenswahrscheinlichkeit des Verhaltens.“

Der Ansatz der österreichischen Kampagne geht in die richtige Richtung: Positiv-Motivation statt vermeintlicher Abschreckung. Wünschenswert wäre es, wenn auch in Deutschland zukünftig Themen wie Rauchen, Trinken oder Essen von Politikern und Gesundheitsexperten weniger plakativ – und stattdessen mit einem positiven und konstruktiven Ansatz begegnet würden. Beispielsweise mit Wortwitz, anstatt plumper Motive, um die Vorteile eines selbstgewählten, gesunden Lebensstils deutlich hervorzuheben.