05.07.2017 Stories

Gün­ther T. Schulz – Aus­stel­lung ehrt Reemts­ma-Illus­tra­tor und BILD-Logo-Erfin­der

Kann denn Wer­bung Kunst sein? Die Ant­wort lau­tet: ja, sie kann. Wie effek­tiv Kunst und Kul­tur der Wirt­schaft Impul­se geben kön­nen, zeigt die Han­dels­kam­mer Ham­burg noch bis zum 18. August 2017 mit einer Aus­stel­lung zum Lebens­werk von Gün­ther T. Schulz, einem der erfolg­reichs­ten Zeich­ner der Wer­be­gra­fik – unter ande­rem war er maß­geb­lich an der Krea­ti­on des ers­ten Logos der BILD-Zei­tung betei­ligt.

Die Günther-T.-Schulz-Retrospektive ist Teil der Aus­stel­lungs­rei­he „Kunst in der Han­dels­kam­mer“, geför­dert von Reemts­ma, der Axel Sprin­ger Stif­tung und der Kunst­stif­tung Chris­ti­na und Niko­laus Schües. „Bei­na­he zwei Jah­re haben wir die­se Aus­stel­lung vor­be­rei­tet“, sagt Nico­las Stam­pe. Er ist Gün­ther T. Schulz’ Enkel und bewahrt das Werk sei­nes Groß­va­ters. „Reemts­ma ist für mich ein beson­ders wert­vol­ler Part­ner der Aus­stel­lung. Ich freue mich sehr, dass die Wer­ke mei­nes Groß­va­ters hier in Ham­burg jetzt einem brei­ten Publi­kum zugäng­lich sind.“

Günther T. Schulz prägte das Image der Reemtsma Marken

Die Zeich­nung war bis in die Sech­zi­ger­jah­re die Grund­la­ge der Wer­bung. Man trau­te ihr damals gar eine grö­ße­re Wir­kung zu als der Foto­gra­fie. Die­se star­te­te ab den Sech­zi­ger­jah­ren ihren Sie­ges­zug und hat Stift und Pin­sel in der Rekla­me heu­te so gut wie ver­drängt. G.T.S. – das sind die berühm­ten Initia­len von Gün­ter T. Schulz. Wofür aller­dings das „T“ in sei­nem Namen stand, wird wohl für immer sein Geheim­nis blei­ben, in sei­nen Vor­na­men kommt der Buch­sta­be jeden­falls nicht vor. Gün­ter T. Schulz kam 1936 nach Ham­burg und begann im Auf­trag von Phil­ipp F. Reemts­ma und des­sen Wer­be­be­ra­ter Hans Domizlaff zu arbei­ten. Etwa zur glei­chen Zeit lern­te der Zeich­ner den Ver­le­ger­sohn Axel C. Sprin­ger ken­nen, mit dem er eine lebens­lan­ge freund­schaft­li­che Ver­bin­dung pfleg­te und der neben Reemts­ma einer sei­ner wich­tigs­ten Auf­trag­ge­ber wur­de. Als Illus­tra­tor leis­te­te Schulz mit sei­ner ein­zig­ar­ti­gen Bild­spra­che einen gro­ßen Bei­trag zur Erfolgs­ge­schich­te von Reemts­ma. Tra­di­ti­ons­mar­ken wir Astor, R6, Fox und Ern­te 23 hauch­te Schulz den „Duft der gro­ßen wei­ten Welt“ ein. Sei­ne leben­di­gen Illus­tra­tio­nen für Astor ver­mit­teln auch heu­te noch das Lebens­ge­fühl der dama­li­gen Zeit. Mit sei­nen Illus­tra­tio­nen hat er vie­len Mar­ken zu gro­ßer Bekannt­heit ver­hol­fen. Das Mar­ken­image stärk­te er mit sei­nem ganz eige­nen gra­fi­schen Stil und präg­te es so nach­hal­tig.

Erfinder der Logos von BILD und Hamburger Abendblatt

In sei­nem Ham­bur­ger Ate­lier ging er Auf­trä­gen aus den ihm ver­trau­ten Berei­chen der Tabak­wer­bung und der illus­trier­ten Zeich­nun­gen nach. Ein nach­hal­ti­ger Erfolg bis heu­te: Die Signets der BILD-Zei­tung und des Ham­bur­ger Abend­blatts (damals gehör­ten noch bei­de zum Axel Sprin­ger Ver­lag) wur­den von Schulz ent­wi­ckelt bzw. maß­geb­lich beein­flusst. Auch pri­vat war der gebür­ti­ge Ber­li­ner in der han­sea­ti­schen Gesell­schaft ankom­men. Per­sön­lich­kei­ten wie Max Schme­ling, Hen­ri Nan­nen und Hel­mut Schmidt zähl­ten zu sei­nem Freun­des- und Bekann­ten­kreis. Schulz starb 1978 in Gor­dons Bay, Süd­afri­ka, wo er seit 1969 mit sei­ner zwei­ten Frau Karin leb­te.