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19.10.2016 Facts

Kon­sum von Tabak in Deutsch­land wei­ter­hin sta­bil

Trotz Ein­füh­rung von Bild­warn­hin­wei­sen bleibt der Kon­sum von Tabak in Deutsch­land sta­bil. Die teils star­ken Schwan­kun­gen pro Quar­tal sind nichts Unge­wöhn­li­ches. Ein Über­blick.

Auch nach der Ein­füh­rung der Bild­warn­hin­wei­se auf Ziga­ret­ten­schach­teln ist der Kon­sum von Tabak in Deutsch­land wei­ter­hin sta­bil. Es ist ganz nor­mal, dass die Zah­len von Monat zu Monat und Quar­tal zu Quar­tal stark schwan­ken. Sie zei­gen näm­lich die oft meh­re­re Wochen vor dem Ver­kauf an den Han­del erfolg­te Pro­duk­ti­on und nicht den Ver­kauf an Kon­su­men­ten.

© Reemtsma

Die Gra­fik zeigt: Bezug der Steu­er­ban­de­ro­len in Jah­res­be­trach­tung sta­bil, Quar­tals­schwan­kun­gen glei­chen sich ins­ge­samt aus. So war die Pro­duk­ti­on im ers­ten Quar­tal 2016 deut­lich höher als in den Ver­gleichs­zeit­räu­men der Vor­jah­re.

Direkt bei der Pro­duk­ti­on der Tabak­wa­ren muss das Steu­er­zei­chen auf der Packung ange­bracht wer­den. Die Pro­duk­ti­on selbst ist stark geprägt von Maschi­nen­aus­las­tung und -ver­füg­bar­keit. Daher kann man aus ein­zel­nen Quar­tals­wer­ten kei­nen Trend ablei­ten. Bes­ser ist es, jeweils vier Quar­ta­le zu durch­schnitt­li­chen Jah­res­wer­ten zusam­men­zu­fas­sen. Hier lässt sich erken­nen, dass die für den Kon­sum von Ziga­ret­ten in Deutsch­land erfolg­te Pro­duk­ti­on rela­tiv sta­bil ist und sich bis­her kein Kon­sum­rück­gang aus der Ein­füh­rung gra­fi­scher Warn­hin­wei­se ablei­ten lässt.

Die vom Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt ver­öf­fent­lich­ten Daten zei­gen im drit­ten Quar­tal einen Rück­gang der Steu­er­zei­chen­be­zü­ge und der Ein­nah­men aus der Tabak­steu­er. Vie­le Medi­en inter­pre­tie­ren die­se Sta­tis­tik als einen Rück­gang des Tabak­kon­sums. Das ist falsch.

Wie entsteht die Statistik?

  • Die Sta­tis­tik misst den Absatz von Steu­er­ban­de­ro­len (Steu­er­zei­chen) und nicht den tat­säch­lich kon­su­mier­ten Tabak. Die Ban­de­ro­len doku­men­tie­ren die Ver­steue­rung der Tabak­pro­duk­te zum Zeit­punkt der Pro­duk­ti­on. Die Zah­len geben kei­ne Aus­kunft dar­über, wie­viel tat­säch­lich an Tabak­wa­ren ver­kauft wird.

Wie kommt es zu den Schwankungen in den Quartalen?

  • Die Tabak­un­ter­neh­men hat­ten bis zum 20. Mai 2016 die Pro­duk­ti­on deut­lich nach oben gefah­ren, um ab dem Stich­tag der Umstel­lung Ver­pa­ckungs­ma­te­ria­li­en und Maschi­nen umrüs­ten zu kön­nen (dafür müs­sen Maschi­nen bis zu vier Wochen aus dem Pro­duk­ti­ons­zy­klus genom­men wer­den).
  • Durch die erfor­der­li­che Umset­zung gesetz­li­cher Vor­ga­ben stieg in den letz­ten Mona­ten 2015 und den ers­ten Mona­ten die­ses Jah­res der Ban­de­ro­len­be­zug deut­lich.
  • Durch die anschlie­ßen­de redu­zier­te Pro­duk­ti­on im zwei­ten und drit­ten Quar­tal wur­den weni­ger Ziga­ret­ten pro­du­ziert als in Ver­gleichs­quar­ta­len 2015, was sich auf die Steu­er­sta­tis­tik aus­wirkt.

Der Markt ist also eher stabil als rückläufig?

  • Ja, wie die Gesamt­jah­res­sta­tis­tik belegt, han­delt es sich um einen rei­nen Vor­zieh­ef­fekt.
  • 2016 hat der Bund bis Ende Sep­tem­ber 9,85 Mil­li­ar­den Euro Ein­nah­men aus der Tabak­steu­er Im Jahr 2015 waren 9,87 Mil­li­ar­den Euro bis zum Ende des drit­ten Quar­tals ein­ge­nom­men wor­den. Über die ers­ten neun Mona­te des Jah­res sind die Ein­künf­te ins­ge­samt also nahe­zu gleich geblie­ben.

Die sta­tis­ti­schen Zusam­men­hän­ge rund um das The­ma Tabak sind kom­plex und erschlie­ßen sich häu­fig nicht auf den ers­ten Blick. Haben Sie Fra­gen? Schrei­ben Sie uns an magazin@reemtsma.de oder auf Twit­ter @reemtsma_itg!