05.09.2017 Facts

SUN Report 2016: aktu­el­le Zah­len zum Han­del mit ille­ga­len Ziga­ret­ten

Durch den Hafen und wich­ti­ge Ver­kehrs­adern ist Ham­burg als „Tor zur Welt“ auch offen für die Ein­fuhr von ille­ga­len Ziga­ret­ten. Der Han­del mit ille­ga­len Ziga­ret­ten führt regel­mä­ßig zu Schlag­zei­len.

Ham­bur­ger bezeich­nen ihre Stadt gern als „das Tor zur Welt“. Der Ham­bur­ger Hafen ist nach Rot­ter­dam und Ant­wer­pen der dritt­größ­te Fracht­ha­fen in Euro­pa mit einem Con­tai­ner­um­schlag von 8,91 Mil­lio­nen TEU im Jahr 2016. Wich­ti­ge Ver­kehrs­adern ver­bin­den die Han­se­stadt mit Polen, Lett­land, Tsche­chi­en oder der Ukrai­ne. Dass es sich bei den rie­si­gen Waren­strö­men nicht immer um lega­les Gut han­delt, wissen wir spä­tes­tens aus zahl­rei­chen Zei­tungs­be­rich­ten – beson­ders der Han­del mit ille­ga­len Ziga­ret­ten ist regel­mä­ßig eine Schlag­zei­le wert: „Mega Ziga­ret­ten­schmug­gel“, „8,5 Ziga­ret­ten auf let­ti­schem Lkw ent­deckt“, „Zoll erwischt Schmugg­ler an der Auto­bahn“. Allein in Ham­burg wur­den laut „Jah­res­bi­lanz 2016 des Zolls“ im Haupt­zoll­amt Ham­burg-Hafen im ver­gan­ge­nen Jahr 232.188 ille­ga­le Ziga­ret­ten und Zigar­ren sicher­ge­stellt.

KPMG-Report zu illegalen Zigaretten in Europa

Als umfas­sen­de jähr­li­che Mes­sung der Schwarz­markt-Ziga­ret­ten in der EU lie­fert der „SUN Report“ der Wirt­schafts­prü­fungs­ge­sell­schaft KPMG aktu­el­le Zah­len für ganz Euro­pa. Der Schwarz­markt der EU-Län­der sowie Nor­we­gens und der Schweiz hat­te 2016 ein Volu­men von 48,3 Mil­li­ar­den ille­ga­len Ziga­ret­ten – das ist so viel wie der gesam­te lega­le Ziga­ret­ten­markt Frank­reichs. Über neun Pro­zent der in Euro­pa kon­su­mier­ten Ziga­ret­ten im Jahr 2016 waren ille­gal. Finan­zi­ell bedeu­tet das einen steu­er­li­chen Ver­lust in der Regi­on von 10,2 Mil­li­ar­den Euro, was den ille­ga­len Han­del zu einem der größ­ten Kon­kur­ren­ten im Ziga­ret­ten­markt und zu einer erheb­li­chen Ein­nah­me­quel­le für das orga­ni­sier­te Ver­bre­chen macht.

Ange­trie­ben wird der kri­mi­nel­le Han­del auch durch den gewal­ti­gen Preis­un­ter­schied, der in den EU-Län­dern bei den lega­len Ziga­ret­ten­pa­ckun­gen herrscht. In Frank­reich etwa kos­tet eine Schach­tel Mar­ken­ziga­ret­ten der­zeit rund sie­ben Euro – in Polen nur knapp die Hälf­te.

Rückläufige Zahlen – bestehende Probleme

Immer­hin: Gegen­über dem Vor­jahr bedeu­ten die Zah­len einen Rück­gang des Schwarz­markt-Volu­mens um 8,8 Pro­zent. Die Stu­die sieht Initia­ti­ven der betrof­fe­nen Ziga­ret­ten­in­dus­trie zur Ein­däm­mung des ille­ga­len Han­dels, ver­stärk­te Maß­nah­men der Durch­set­zungs­be­hör­den, Ver­stär­kung von Grenz­kon­trol­len und eine all­ge­mein sta­bi­le wirt­schaft­li­che Lage als Haupt­grün­de für den Rück­gang.

Es liegt auf der Hand, dass sowohl der Staat, als auch die Tabak­un­ter­neh­men ein gro­ßes Inter­es­se dar­an haben, dass kei­ne Ziga­ret­ten geschmug­gelt wer­den. Nicht nur ille­gal gehan­del­te, auch ille­gal her­ge­stell­te Ziga­ret­ten stel­len ein gro­ßes Pro­blem dar: Auf­grund min­der­wer­ti­ger Qua­li­tät und feh­len­der Kon­trol­len kön­nen gefälsch­te Ziga­ret­ten zu hohen zusätz­li­chen Risi­ken für die Kon­su­men­ten füh­ren. Schmug­gel und Pro­dukt­pi­ra­te­rie nut­zen aus­schließ­lich den Kri­mi­nel­len, die in einem Markt ope­rie­ren, der sich jeder lega­len Kon­trol­le ent­zieht. Dadurch wird es für Kin­der und Jugend­li­che leich­ter, an Tabak­pro­duk­te zu gelan­gen, dem Staat gehen Steuer­einnahmen in Mil­li­ar­den­hö­he ver­lo­ren, unab­hän­gi­gen Tabak­händ­lern wird die Exis­tenz­grund­la­ge ent­zo­gen.