06.10.2017 Facts

Urteil: Tabak­wer­bung im Inter­net ist unzu­läs­sig

In Deutsch­land ist Tabak­wer­bung durch die soge­nann­te Tabak-Wer­be­richt­li­nie (2003/33/EG) regu­liert. Das heißt, Wer­bung für Ziga­ret­ten und ande­re Tabak­pro­duk­te ist in Zeit­schrif­ten, Zei­tun­gen und Maga­zi­nen, „Diens­ten der Infor­ma­ti­ons­ge­sell­schaft“ wie dem Inter­net und allen Rund­funk­sen­dun­gen unter­sagt.

Das gilt auch für Inter­net­sei­ten von Unter­neh­men, ent­schied der Bun­des­ge­richts­hof (BGH) am 5. Okto­ber 2017. Unter­neh­mens­auf­trit­te im Web dür­fen kei­ne Men­schen zei­gen, die rau­chen oder Pro­duk­te wie Kau­ta­bak kon­su­mie­ren, lau­tet das Urteil. Wie kam es zu der Ent­schei­dung?

Kei­ne Ziga­ret­ten mehr auf Unter­neh­mens­sei­ten

Im Novem­ber 2014 zeig­te ein mit­tel­stän­di­scher Tabak­her­stel­ler auf der Start­sei­te sei­nes Inter­net­auf­tritts vier „gut gelaun­te, läs­sig anmu­ten­de Per­so­nen“, die Tabak­erzeug­nis­se kon­su­mier­ten. Der Bun­des­ver­band der Ver­brau­cher­zen­tra­len bewer­te­te die­se Dar­stel­lung als nicht zuläs­sig und ver­klag­te das Unter­neh­men. Mit Erfolg, das Foto ist mitt­ler­wei­le nicht mehr da. Die Pro­duk­te der Tabak­fir­ma wür­den mit die­sem Foto „näher gebracht und als attrak­tiv dar­ge­stellt wer­den“, so der I. BGH-Zivil­se­nat (Az. I ZR 117/16).

Das Feld des Tabak­wer­be­ver­bo­tes ist mit der aktu­el­len Ent­schei­dung des BGH wie­der ein Stück grö­ßer gewor­den.