Halbjahresbilanz: Reemtsma Schwarzmarkt-Tracker für Tabak- und Nikotinprodukte zeigt alarmierenden Trend bei Beschlagnahmungen und Steuerschaden

Der Reemtsma Schwarzmarkt-Tracker* zeigt im ersten Halbjahr 2026 deutlich: Der Schmuggel sowie der illegale Handel mit Tabak- und Nikotinprodukten in Deutschland bleiben ein massives Problem und breiten sich weiter aus. Die offiziell vermeldeten behördlichen Aufgriffe von illegalen Zigaretten und E-Zigaretten erreichten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bereits rund zwei Drittel des gesamten Vorjahreswertes. Bei Nikotinbeuteln und Snus liegt der Wert sogar schon jetzt deutlich über dem Gesamtjahr 2025. Auch der mit diesen Aufgriffen vermeldete Steuerschaden liegt zum Halbjahr 2026 schon fast gleichauf mit dem Jahresende 2025. Vor diesem Hintergrund warnt Reemtsma vor einer Steuerpolitik, die den legalen Markt zusätzlich schwächt und den illegalen Handel weiter stärkt.

Basierend auf offiziellen Mitteilungen von Zoll- und Polizeibehörden in Deutschland weist der Reemtsma Schwarzmarkt-Tracker für das erste Halbjahr 2026 mindestens aus:

  • 55.938.553 Zigaretten (2025: insges. 86.827.371 St.)
  • 2.489.960 E-Zigaretten (2025: insges. 3.564.118 St.)
  • 42.499 Dosen Snus bzw. tabakfreie Nikotinbeutel (2025: insges. 23.741 Dosen)
  • 25.330.474 Euro Steuerschaden (2025: insges. 26.132.821 Euro)

Damit erreichen die von Behörden gemeldeten Sicherstellungen illegaler Zigaretten nach einem halben Jahr bereits rund 64 Prozent des gesamten Vorjahreswertes, bei E-Zigaretten sogar rund 70 Prozent. Noch deutlicher fällt die Entwicklung bei Snus und Nikotinbeuteln aus: Hier liegt der Wert zur Jahresmitte bereits rund 79 Prozent über dem Gesamtjahr 2025. Auch der ausgewiesene Steuerschaden hat nach den ersten sechs Monaten im Jahr 2026 schon rund 97 Prozent des Vorjahresniveaus erreicht.


Schwarzmarkt gewinnt an Dynamik

Der Reemtsma Schwarzmarkt-Tracker wertet seit Anfang 2025 fortlaufend offizielle Mitteilungen von Zoll- und Polizeibehörden zu Sicherstellungen illegaler oder nicht verkehrsfähiger Tabak- und Nikotinprodukte in Deutschland aus. „Unser Tracker bildet ausschließlich offiziell gemeldete Sicherstellungen ab und damit nur die Spitze des Eisbergs. Umso alarmierender ist es, wenn die Zahlen schon zur Jahresmitte so hoch ausfallen“, betont Christian Cordes, Director Corporate & Legal Affairs Cluster DACH bei Reemtsma.

Beson­ders bei Pro­duk­ten wie E‑Zigaretten, Snus und Niko­tin­beu­teln zeigt sich, wie schnell ille­ga­le Anbie­ter bestehen­de Grau­zo­nen, Voll­zugs­de­fi­zi­te oder wirt­schaft­li­che Aus­weich­an­rei­ze aus­nut­zen. Wer die­sen Markt nicht kon­trol­lier­bar regu­liert und den lega­len Markt zusätz­lich schwächt, über­lässt ihn den Falschen.

Christian Cordes

Reemtsma Director Corporate and Legal Affairs

Steuererhöhungen dürfen den illegalen Markt nicht zusätzlich stärken

Reemtsma sieht die geplanten Tabaksteuererhöhungen des Bundesfinanzministeriums vor diesem Hintergrund äußerst kritisch. Zwar sollen höhere Steuern zusätzliche Einnahmen für den Staat generieren. Doch diese Rechnung geht nur auf, wenn der legale Markt stabil bleibt und Verbraucherinnen und Verbraucher nicht so stark belastet werden, dass sie verstärkt auf illegale oder grenzüberschreitende Bezugsquellen ausweichen – wie etwa in Frankreich oder den Niederlanden.

„Eine Tabaksteuerpolitik, die den legalen Markt schwächt und den illegalen Markt stärkt, ist weder fiskalisch noch gesundheitspolitisch sinnvoll“, warnt Christian Cordes. „Zusätzliche Steuereinnahmen entstehen nicht auf dem Papier, sondern nur dann, wenn Produkte auch tatsächlich im legalen Markt gekauft und versteuert werden. Wenn Verbraucherinnen und Verbraucher in illegale Kanäle abwandern, verlieren am Ende alle: Staat, Wirtschaft, Verbraucher- und Jugendschutz.“

Vollzug stärken statt Ausweichbewegungen provozieren

Aus Sicht von Reemtsma braucht Deutschland eine planbare, wirksame und vollzugstaugliche Politik gegen den illegalen Handel mit Tabak- und Nikotinprodukten. Dazu gehören klare Zuständigkeiten, wirksame Kontrollen, wirksame Sanktionen gegen illegale Anbieter und eine Regulierung, die legale Angebote nicht unnötig aus dem Markt drängt und die Arbeit von Zoll-, Polizei- und Ordnungsbehörden nicht zusätzlich erschwert. Schon heute zeigen die offiziellen Meldungen, dass der illegale Handel für die Behörden ein wachsendes Problem darstellt. Weitere Steuer- oder Verbotsschocks könnten diese Entwicklung zusätzlich beschleunigen.

 

*Der Reemtsma Schwarzmarkt-Tracker wertet seit Anfang 2025 fortlaufend offizielle Mitteilungen von Zoll- und Polizeibehörden zu Sicherstellungen illegaler oder nicht verkehrsfähiger Tabak- und Nikotinprodukte in Deutschland aus. Damit weist er zwar keine absoluten Zahlen aus, bietet auf Basis offizieller Quellen jedoch ein bislang einzigartiges Bild zur Dynamik des Schwarzmarkts in Deutschland.

Titelbild: © iStock/Reinhard Krull